Erfurt zahlreich vertreten zur bundesweiten Tagung der Fahrgastvertreter in Berlin Beiräte aus ganz Deutschland berieten in Berlin die Sicht von Fahrgästen und legen Ideen vor

Presse-Information

– 4. Tagung der Fahrgastbeiräte mit Schwerpunkten Tarife und Fahrgastinformation

– Erfurter Beirat stark vertreten und mit neuer Mission

 

Der Erfurter Fahrgastbeirat (FGB) war erneut Teil einer bundesweiten ehrenamtlichen Bewegung, die 2015 in Frankfurt begann und seitdem jährlich an anderen Standorten Station machte. An der nunmehr 4. bundesweiten Tagung der Fahrgastvertreter aus ganz Deutschland nahmen mehr Personen und Beiräte denn je teil – gleich drei Mitglieder des Erfurter FGB vertraten dabei die Sichtweisen aus der Thüringer Landeshauptstadt.

Für Christina Schacher, Mitglied im Erfurter FGB, war die Veranstaltung mehr als gelungen: „Es hat nicht nur Spaß gemacht überregional an gemeinsamen Themen zu arbeiten, Erfahrungen und Ideen auszutauschen, es war auch sehr hilfreich zu sehen, wo wir stehen, wie andere Nahverkehrsnetze aufgestellt sind und wohin die gemeinsame Reise vielleicht führen kann. In verschiedenen Workshops haben wir intensiv über Anforderungen an zukunftsfähige Fahrgastinformationen an Haltestellen, in Bussen und Bahnen sowie in den neuen Medien diskutiert.”

Michael Paak, Gründungsmitglied und noch immer im Beirat aktiv, der ebenfalls die Tagung zum Austausch mit teilweise von weit angereisten Kollegen nutzte, zeigt sich ebenfalls von dem Format überzeugt: „In Erfurt diskutieren wir gern hitzig und strittig, denn als Nutzer brennen wir für den Nahverkehr. Die hier angesprochenen Themen gehören dabei auch zu den Schwerpunkten unserer Arbeit. Auch wenn sich dabei mal Meinungen überschnitten, wurde deutlich, dass wir Veränderungen im Nahverkehr, insbesondere im Hinblick auf die Tarifpolitik benötigen. Über bislang konsequent wiederholende Preissteigerungen müssen wir genauso wie über neue Tarifangebote nachdenken, aber Insellösungen schaffen sollte dabei nicht unser Ziel sein.” Die Tagung hat dies klar gezeigt: Gemeinsamkeit und Einheitlichkeit fehlen in Deutschland. In diesem Punkt waren sich nahezu alle Teilnehmer einig.

„Die deutsche Kleinstaaterei wird gerade im Bereich des Öffentlichen Verkehrs sichtbar. Sie zu überwinden wird schwer, aber wir haben die Arbeit aufgenommen”, fasst Konrad Braun, Vorsitzender des Erfurter Beirats, die gemeinsame Mission zusammen. Gemeinsam mit mehreren neuen Mitgliedern, die ihre Arbeit im Beirat diesen Sommer aufgenommen haben, geht der Beirat das Thema Tarife nun verstärkt an. Diskutiert werden die in den letzten Monaten medial stark beleuchteten Themen des fahrscheinfreien Nahverkehrs nach Solidarmodell, Kurzstrecken- oder 1€-Tickets ebenso wie auch ein möglicher Ausbau im Bereich Park- and Ride. „Ergebnisse hierzu haben wir noch nicht. Wir möchten uns gern ein umfassendes Bild machen, um den Nahverkehr auch wirklich zu stärken. Dauerhaft und möglichst mit Blick auf das Gesamtnetz.”, so Braun.

Mit Dieselverboten oder überlasteten ÖPNV-Netzen haben vor allem sehr große deutsche Städte besonderen Druck, ihren Nahverkehr auszubauen. In Erfurt ist dies aus Sicht von Braun jedoch nicht minder wichtig: „Als Austragungsort der Bundesgartenschau könnte die Stadt im Jahr 2021 ein deutschlandweites Vorbild sein, wie umweltbewusste, sozialverträgliche Mobilität in einer Großstadt aussehen kann. Ein gutes ÖPNV-Angebot und dessen Bezahlbarkeit müssen dabei oberste Prämissen sein. Daher ist es für uns wichtig den Dialog hierzu jetzt herzustellen. Die neuen Stadtbahnen, für welche in den kommenden Wochen der Zuschlag für einen Bieter erfolgen soll, sind dabei ein erster, begrüßenswerter Schritt. Weitere müssen folgen. Wir machen hierzu gern Vorschläge”.

Pressekontakt

Konrad Braun
Vorsitzender

Der Erfurter Fahrgastbeirat

E-Mail: kontakt@fahrgastbeirat-erfurt.de